Dies sind die Punkte, die im Gespräch mit vielen Veranstaltern
immer wieder zur Sprache kamen, und die sich bei meinen
Auftritten in all den Jahren auch immer wieder bestätigt haben:
1. Gleich zu Beginn der wichtigste Punkt überhaupt: Eure Lautstärke.
Wenn die nicht stimmt, könnt Ihr so toll spielen, wie es Euch
nur möglich ist, und ihr werdet langfristig erfolglos bleiben.
Kaum eine meiner Veranstaltungen vergeht, in der dieses Thema
nicht von Veranstaltern oder den Gästen angesprochen wird,
wenn diese von zurückliegenden Feiern mit Musik erzählen.
Und immer hört man die gleiche Klage:
Die Musik wird fast immer zu laut gespielt.
Wobei eines von den Musikern glattweg ignoriert wird:
Alleinunterhalter und Tanzkapellen sind -anders als z. B. Rockbands-
fast immer Beiwerk bei einer Veranstaltung.
Sie erbringen, ähnlich wie der anwesende Gastronom,
eine Dienstleitung.
Die Gäste sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht deshalb
gekommen, weil sie die Musik hören wollen,
sondern um sich mit Ihren Mitmenschen zu unterhalten.
Die Musiker sind also nicht Hauptperson der Feier,
auch wenn sie dies gern so hätten.
Warum sonst spielen sie sich immer in den Vordergrund?
Und bittet dann der geplagte Veranstalter oder ein Gast,
die Musik etwas leiser zu drehen, reagieren letztere
höchst widerwillig. Oft mit dem fadenscheinigen Argument,
"es gehe nicht leiser".
Diese Entgegnung ist gegenüber dem Bittsteller
geradezu eine Frechheit. Umsomehr, weil die Musik ja doch
meist über die Anlage gespielt wird. Und wenn der Musiker
seine Lautstärkeregler nicht kennt, soll er doch einpacken...
Meist wird für kurze Zeit die Lautstärke etwas zurückgenommen,
aber oft ist der Bittsteller noch nicht mal an seinem Platz,
wenn die Musik schon wieder so laut spielt wie zuvor.
Ein aufdringlicher Musiker hat so schon so manches Fest zerstört,
und ist dabei, mit seinem Ruf genau das gleiche zu machen!!
Die Frage ist deshalb:
Warum nur gehen Musiker nicht auf den dringendsten
Wunsch ihrer Zuhörer ein?
Ok, wenn man ein Blechblasinstrument spielt, ist Leisespielen
vielleicht schwierig, aber doch möglich!
Ich erlebe dies selbst immer mal wieder bei einer spontanen Session.
Ein guter Maßstab Für Euch:
Wenn sich die Gäste zueinanderbeugen müssen,
um sich zu verstehen, wenn Ihr Tischmusik macht,
seid Ihr bereits zu laut.
Ausnahme: Wenn die Stimmung so richtig angeheizt ist,
und die Leute mitsingen/ mittanzen, darf's auch mal lauter sein.
Aber danach auch wieder die Lautstärke zurücknehmen!
Wichtig ist auch, während der laufenden Veranstaltung
die Frage an Veranstalter und nahesitzende Gäste zu richten,
ob die Lautstärke passt.
Man wird es Euch danken, wenn Ihr euch bei diesem
wesentlichen Punkt den Erfordernissen anpasst.
2. Dein Auftreten:
Du bist nicht der Superstar, egal wie toll Du bist.
Es gibt immer Bessere. Vielleicht auch unter Deinen Zuhörern!
Also bleibe auf dem Teppich.
3. Dein Repertoire:
Je breiter, desto besser. Dann bist Du universell
für viel mehr Veranstaltungen geeignet,
und das bedeutet ganz einfach: Mehr Jobs.
Außerdem hast Du dann vielleicht für jeden Musikgeschmack
etwas parat, und selbst eine reine Instrumentalmusik
wird kaum langweilig.
Wichtig: Spielst du ausschließich für eine Altersgruppe
oder kann man von deiner Musik sagen, daß für jeden
was dabei ist- z.B. auch für Kinder?
Immer wieder sprechen Zuhörer sehr negativ von
"einem Alleinunterhalter, der den ganzen Abend
mit dem selben Rhythmus gespielt hat."
Das machst Du nicht? Na prima!
4. Wenn's geht: Spiele Auswendig.
Dann kannst Du den für einen Alleinunterhalter
sehr wichtigen Blickkontakt zum Publikum aufbauen,
und kannst die Technik Deines Keyboards besser einsetzen.
Und bei gefühlvollen Stücken kann man ohne Noten
auch mit viel mehr Ausdruck spielen.
Einfach, weil man sich viel besser darauf konzentrieren kann.
5. Kennst Du das richtige Tempo für die Standard-/ Lateintänze?
Meist werden sie viel zu schnell gespielt.
Na, da kann man ja mal nachsehen, die Frage ist nur, wo! ;-)
6. Zeige, daß es Dir Spaß macht, zu musizieren.
Das springt garantiert zu Deinen Zuhörern über!
7. Wunschprogramm ist 'ne tolle Sache in zweierlei Hinsicht:
Du erfährst, welche Titel beim Publikum zur Zeit angesagt sind,
und Du baust darüber eine persönliche Beziehung auf,
wenn Du mit den Gästen sprichst.
Diese ist wichtig für die Engagements in der Zukunft!
Du kannst den Titel nicht spielen? Biete z. B. eine Alternative an.
Ist nicht schlimm, wenn man nicht alles spielen kann.
Das schafft weltweit garantiert kein einziger Musiker.
Aber die wichtigsten Standards sollte man schon drauf haben!
8. Kannst Du spontan einen Beitrag aus dem Publikum begleiten?
Hier helfen Dir keine Midis...!
Oder was spielst Du, wenn plötzlich ein zweiter Musiker Lust hat,
mit Dir 'ne Spontan- Session zu machen?
Sagst Du eher "nein danke" oder "ja, super!" ???
Die besten Gigs entstehen oft, wenn anwesende Musiker
spontan zum Instrument greifen.
Selten ist auch das Publikum mehr mit beiden Ohren
bei der Musik, als wenn ein Gast "mitmuckt".
9. Dein Preis- Leistungsverhältnis muß stimmen.
Für einen richtig guten Musiker zahlt der Veranstalter
auch gern etwas mehr.
10. Die Gäste schlafen gleich ein?
Auch das kommt vor.
Hast Du ein paar nette Spiele oder Vorträge auf Lager,
die nicht jeder kennt?
Dies ist oft auch ein Argument, daß ein Veranstalter Dich
und nicht einen anderen Musiker wählt.
Allerdings: Nie Spiele gegen den Willen der Gäste durchführen!
Und nichts unter der Gürtellinie, da dies rufschädigend ist.
Ein bißchen Feingefühl ist da angesagt. Auch, was man als Einlage nimmt.
11. Zum Thema Zuverlässigkeit:
Einen Termin absagen, weil sich noch was besseres danach aufgetan hat?
Das spricht sich garantiert rum.
12. Pünktlichkeit:
Kommst du immer ganz abgehetzt in letzter Sekunde an?
13. Alkohol?
Ein Musiker, der zu später Stunde nur noch lallt??
14. Du wirst nicht für Deine Pausen bezahlt.
Ein fleißiger Musiker fällt auf! Aber auch einer, der ständig an der Bar sitzt.
Dies waren also meine wichtigsten Punkte, die ich gern zur Diskussion freigebe.
Vielleicht fällt Euch noch mehr ein... nur her damit!
Und hier noch eine Empfehlung für alle, die bereit sind, dazuzulernen:
Diese sehr verständlich geschriebenen Bücher von Carl Hartmuth
gehören in die Hände eines jeden Musikers, der vor Publikum auftritt.
Selbst der eingefleischte Musiker kann sich mit diesen Werken prüfen,
sein Wissen vertiefen, und für die eigenen Auftritte jede Menge herausholen.
Allerdings genügt es nicht, die Werke nur zu lesen.
Ihr müsst das Wissen auch anwenden!!!
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Themen aus "Live- Musik" Band 1:
- Worauf kommt es an, wenn man vor Publikum auftritt?
- Welche Faktoren führen eine Veranstaltung zum Erfolg?
- Wie konzipiert man ein interessantes Repertoire?
- Wie baut man systematisch Stimmung auf?
- Wie führt man einen Soundcheck durch?
- Was macht die Besonderheit von Live-Musik im Vergleich zur "Konservenmusik" aus?
- Was bedeutet eigentlich Unterhaltung/Entertainment?
Themen aus "Live- Musik" Band 2:
- Welcher Musikberuf hat Zukunft?
- Selbstmanagement für Musiker
- Was sich von erfolgreichen Menschen lernen lässt
- Existenzgründung und -sicherung in der Musikbranche
- Wie man seinen Marktwert ermittelt und steigert
- Managementsysteme und -methoden
- Das Wichtigste über Urheberrecht, GEMA, GLV
- Wichtige Partner und Kontakte
- Was sollte man über Steuern wissen?
- So macht man sich bekannt
- Was sich von Champions der Branche lernen lässt
Themen aus "Live- Musik" Band 3 :
-Wie aus einer Idee Musik entsteht-
- Handwerkszeug der Musiklehre für Live-Musiker
- Komponieren und Arrangieren
- Wege zur musikalischen Improvisation
- Wie entsteht ein Songtext?
- Entwickeln Sie Ihren eigenen Musizierstil!
- Effektives Einstudieren und Proben
- Das Geheimnis sicheren Auswendiglernens
- Fundgrube für Tastenmusiker
- Exklusiv-Interviews mit Peter Dennler, Ralf Skrabs und Simon Schott
Mit bewährten Tipps und Tricks, zahlreichen Beispielen und ausführlichem Register.
Geleitwort von Dieter Reith.
Ich sage euch jetzt schon: Es lohnt sich!!!
